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Ein bisschen Ruhe

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[Chatverlauf zwischen Narbenfluch und Sperlingflug]

Einzelne Sonnenstrahlen fielen in die Haupthöhle hinein. Sie erwärmten den glatten Stein und erleuchteten auch einige der hintersten Ecken. Einige Katzen machten sich die warmen Strahlen zu Nutze und entspannten sich etwas. So auch die Kriegerin Sperlingflug. Leise schnurrend lag sie auf dem Rücken, direkt vor dem Kriegerbau. Ihre Augen war geschlossen, sie schlief jedoch nicht.
Ganz im Gegenteil, sie entspannte sich zwar, lauschte allerdings dennoch. Einzelne Gesprächsfetzen konnte sie hier und da erhaschen. Die schildpattfarbene Katze war vorhin bereits an einer Jagdpatroullie beteiligt gewesen, sie hatte keinen Schüler auszubilden und keine Junge zu erziehen, so stand ihr die Zeit nach Sonnenhoch frei und sie hatte sich dazu entschieden etwas zu ruhen. Schlussendlich war sie auch eine der etwas älteren Clankatzen.

Narbenfluch lag im hinteren Ende des Kriegerbaus und schlief. Er hatte vor Sonnenhoch etliche Patrouillen begleitet und außerdem die Teile des Territoriums erkundet, die er noch nicht kannte. Er war noch nicht lange hier, weshalb er weder alle Katzen noch jeden Winkel des Clanterritoriums kannte. Doch es wurde langsam. Er hatte schon ein paar nette Katzen kennenlernen dürfen und auch ein paar Freundschaften geschlossen. Dennoch war es schwierig, mit seiner zurückhaltenden und verschlossenen Art Freunde zu finden. Durch die Sonnenstrahlen geweckt, stand er auf und verließ den Bau.

Sperlingsflugs Ohren zuckten als sie die Schritte einer Katze hörte, welche den Bau zu verlassen schien. Sie drehte sich auf die Seite und öfnete ihre Augen etwas, dann erblickte sie den pechschwarzen Kater dessen Augen smaragdgrün funkelten. Kurz blieb ihr Blick an ihm hengen. Sie hatte ihn bereits einige Male gesehen, soweit sie gehört hatte, war er erst vor kurzem in den Clan gekommen. Seinen Namen hatte die Kriegerin sich allerdings immer noch nicht merken können.
Was sie selbst beobachtet hatte und was ihr andere Clankatzen auch ab und an erzählt hatten war, dass er ein sehr eifriger Krieger zu sein schien. Dass er an vielen Patroullien teilnahm und viel dafür tat sich in das Clanleben zu integrieren. Der Kater hatte Sperlings Interesse bereits etwas geweckt und gern würde sie mehr über ihn erfahren. Allgemein auch aus dem Grund, dass sie gern über alle Clanmitglieder Bescheid wusste.
So setzte sie sich auf.
"Hey, du bist neu im Clan, oder?"
Fragte sie daraufhin den schwarzen Kater. Diese einfache, eher offensichtliche Frage schien ihr ein guter Konversationsstarter zu sein.

Narbenfluch zuckte zusammen, als er eine ihm unbekannte Stimme vernahm. Er sah sich um und entdeckte Sperlingflug, die Gefährtin des 2.Anführers. Er hatte sie vor dem Bau nicht bemerkt, weshalb er sich kurz erschrocken hatte. Unsicher blieb er stehen und blickte der Kätzin kurz in die Augen. ,,Ja, das stimmt. Ich bin Narbenfluch.", stellte er sich höflich vor, da er sich nicht sicher war, ob sie seinen Namen kannte. Er streckte sich kurz und musterte die Kätzin. 

Die schildpattfarbene Katze merkte, dass Narbenfluch sich leicht erschrocken hatte.
"Oh tut mir Leid, ich wollte dich nicht erschrecken."
Meinte sie mit einem Schmunzeln.
"Und danke, ich hatte mir deinen Namen noch nicht merken können."
Gab sie zu.
"Ich bin im übrigen Sperlingflug, vielleicht weißt du es schon vielleicht nicht. Dürfte ich etwas von deiner Zeit stehlen? Du bist ja neu im Clan und ich weiß noch gar nichts über dich."
Sperlingflug lächelte sanft.

Der pechschwarze Kater zuckte mit den Schnurrhaaren. Seit er sich dem Clan angeschlossen hatte, war er zum Hauptgespräch vieler Katzen geworden. Jedoch machte es ihm nichts aus, direkt angesprochen zu werden. Kritischer wäre es andersrum. ,,Klar.", miaute er und lächelte vorsichtig. Es schmerzte, da er es nicht gewohnt war. Um nicht den anderen Katzen im Weg zu sein, verließ er den Kriegerbau und bahnte sich vorsichtig einen Weg zu Sperlingflug. Dort setzte Narbenfluch sich hin und legte den buschigen Schwanz um die Pfoten. ,,Was möchtest du wissen?", fragte er.

Geschwind antwortete Sperlingflug auf die Frage des Katers.
"Och das kommt ganz drauf an was du preißgeben möchtest. Ich weiß ja, dass jede Katze ihre Geheimnisse hat und ich werde niemanden dazu zwingen über Dinge zu reden welche privat bleiben sollten. Allerdings würde mich interessieren woher du kommst und weshalb du dich dem Clan angeschlossen hast. Dafür gab es ja sicherlich einen triftigen Grund, wer würde denn auch sein gesamtes Leben aufgeben um ein neues anzufangen, ganz aus freien Stücken heraus."
Erwartungsvoll blickte die kriegerin dich an. Zwar hatte sie gesagt, dass sie niemanden zwingen würde über privates zu sprechen, doch wirkte sie dennoch so als ob sie nicht mehr so leicht von einem Thema abließ welches sie interessierte.

Narbenfluch zuckte mit den Ohren und sah die Kriegerin gelassen an. ,,Ich war ein Streuner für eine lange, lange Zeit. Nach einem Vorfall in der Familie musste ich mich von ihr trennen und war nun auf mich allein gestellt. Ich bin so viel gereist, ich habe kaum einen Ort, den ich Heimat nennen könnte. Nach einem Ereignis, das mir fast das Leben gekostet hätte, beschloss ich, dass ich nicht mehr allein sein will und habe den Clan gefunden. Funkelstern war so lieb, um mich aufzunehmen.", miaute der Kater und holte Luft. Er war es nicht gewohnt, so viel zu reden.

Verständlich nickte Sperling leicht.
"Tut mir Leid, dass du deine Familie verlassen musstest. Aber es ist schön, dass du jetzt hier bist. Ich hoffe, dass du von dem ganzen hier bis jetzt positive Eindrücke sammeln konntest."
Die Katze hätte Narbenfluch gern mehr über seine Vergangenheit gefragt, doch sie merkte, dass er dieses Thema nicht wirklich mochte, zumindest erschien es so auf sie. So überlegte sie sich rasch ein neues Thema, welches nicht so privat war wie die eigene Vergangenheit.
"Gefällt dir das Clanleben bis jetzt denn? Es ist bestimmt seltsam sich jetzt an Patroullien zu beteiligen und Grenzen zu bewachen, wo man davor ja nur für genügend Beute und einen sicheren Schlafplatz sorgen musste. Zumindest stelle ich mir die Umstellung etwas kompliziert vor."
Genau konnte die Kriegerin ja nicht wissen wie es war, sich vom Streunerleben auf das Clanleben umzustellen. Es gab immerhin große Unterschiede, im Clanleben, so meinte sie, gab es unter anderem auch mehr Druck. Schlussendlich hatte man feste Pflichten zu erledigen und nicht immer konnte man sich die Tage selbst gestalten.

Dankbar über den Themenwechsel fing der Kater erneut an zu sprechen. ,,Es ist eine Umstellung gewesen, das stimmt. Als Streuner warst du frei und konntest tun und lassen was du wolltest, du musstest keine Regeln oder Gesetze befolgen. Jedoch warst du alleine und da war niemand, der dir geholfen hatte, wenn du verletzt oder krank warst.", miaute er eindringlich. ,,Draußen bist du auf dich allein gestellt und hast keinen Clan, der dich beschützt. Dieses Miteinander, die Gesellschaft schätze ich sehr hier, auch wenn ich mich wieder daran gewöhnen muss, unter so vielen Katzen zu sein." Er grinste. Langsam fiel die Nervosität und die Zurückhaltung von Narbenfluch ab, er wurde immer gesprächiger. 

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